Stressbedingte Haarprobleme und Haarverlust
Bei Stress wird auch die Wachstumsphase vieler Haare gleichzeitig vorzeitig beendet und sie treten gemeinsam in eine Ruhephase ein. In dieser Phase bleiben die Haare noch für etwa 2 bis 3 Monate in der Kopfhaut verankert, ohne aktiv weiter zu wachsen.
Erst ca. 2 bis 3 Monate nach dem Stressereignis fallen die Haare dann plötzlich aus.
Bei anhaltendem oder immer wiederkehrendem Stress kann sich dieser Kreislauf wiederholen. Dies kann schlussendlich zu allgemein dünnerem Haar führen.
Sobald die Stressbelastung abnimmt und sich der Körper wieder erholen kann, beginnt auch das Haar wieder zu wachsen.
Die Förderung eines gesunden Lebensstils, Stressbewältigung, nährstoffreiche Ernährung und gezielte Haarpflege unterstützt das Haarwachstum und stabilisiert und verbessert den Haarzyklus.
Frühzeitiger Verlust der Haarfarbe
Die Haarfarbe stammt von pigmentierten Zellen, so genannte Melanozyten, die ihrerseits von Stammzellen im Haarfollikel hergestellt werden. Wenn Menschen altern, nimmt die Zahl diese Stammzellen auf natürliche Weise ab.
Stresshormone können Menschen nach Krankheiten oder seelischen Krisen plötzlich ergrauen lassen. Der Sympathikus übernimmt bei Gefahr oder Stress die Kontrolle und schaltet den Körper in den Alarmmodus.
Psychischer und körperlicher Stress fördert die Alterung und kann das Depot der Stammzellen in den Haarfollikeln auch direkt schädigen.
Das in der Nebenniere produzierte Stresshormon Noradrenalin und Neuronen des sympathischen Nervensystems sind an der Entfärbung der Haare beteiligt. Noradrenalin dockt über spezielle Rezeptoren direkt an den Stammzellen im Haarfollikel an und löst dort eine Massenmigration der Melanozyten aus.
Das kann so weit gehen, dass sich die Stammzellen komplett erschöpfen. Ist dies passiert, verlieren die Haare ihre Farbe.
Alopezie (Haarausfall)
Die Kopfhautzellen setzen unter vorübergehendem oder intensivem Stress Moleküle und Neurotransmitter frei. Diese lösen eine starke Entzündungsreaktion aus. Es wird der normale Haarzyklus gestört, das Haar wechselt vorzeitig in die Telogenphase, eine Ruhephase und fällt aus.
Das bedeutet, dass die Haare nicht mehr nachwachsen, denn die Haarfollikel bleiben im „Schlafmodus“. Normalerweise wechselt ein Haarfollikel zwischen Wachstums- und Ruhephasen, dies sorgt dafür, dass immer wieder neue Haare wachsen. Doch unter ständigem Stress bleibt dieser Wechsel aus.
Stressbedingter Haarausfall zeigt sich meist in diffusem Haarausfall. Das Haar dünnt sich gleichmäßig über den gesamten Kopf aus, ohne dass kahle Stellen oder spezifische Muster wie beim erblich bedingten Haarausfall entstehen.